Die Republik
Nummer 92 – 93, 28. Februar 1995
Herausgegeben von Petra und Uwe Nettelbeck
deutsch, 148 Seiten, 12 x 20 cm
mehr schließen
Inhalt:
Meine Affäre mit der Woche
Notizen
Große Diskussion in der Familie, Spiegel oder Woche, das könne ich doch drehen und wenden, wie ich wolle, die Woche ist in Wahrheit nicht schlimmer als der Spiegel, sondern immer nur die Zeitung die schlimmste, die man gerade in der Hand hat, warum also, wenn überhaupt, trotz des Schmusefarben- und Bildchenlayouts, und der Leute, die da als Autoren im Impressum stehen, und des Zeugs, das sie schreiben, aber sieh dir doch mal die Spiegelleute an, und was im Spiegel steht, gut, schwarz auf weiß, besser recherchiert, und längere Artikel, aber macht das wirklich einen Unterschied, warum also, wenn du die Sachen partout in einer Zeitung unterbringen willst, und die Woche will und der Spiegel nicht, nicht in der Woche, ist doch im Grunde egal, gedruckt ist gedruckt, Hauptsache keine Zensur.
Als die Absage des Spiegels kam, haben wir ihn uns ein letztes Mal gedreht und gewendet, und von da an nur noch die Woche.
„Die radikalen Tierschützer, mit denen ich viel lieber durch Dick und Dünn ginge als mit Stefan Aust, der gern über sie witzeln läßt, machen es einem schwer. Anstatt vor dem Team von SpiegelTV auf der Hut zu sein, stellen sie sich ihm folgsam vor die Kamera und liefern das Erwünschte, nennen, ohne die Gefahr der scherzhaften Wirkung, und etwa auch das Problem eines gemähten Rasens zu bedenken, Herstellung, Verkauf und Erwerb von Schnittblumen eine Sünde gegen die Natur, die Schnittblume ein Mitlebewesen, welches des Schutzes gesetzlicher Normen bedürfe. Sehr zum Schaden des Betreibers eines Heims zur Rehabilitation umweltgeschädigter Mollusken, der, anstatt wie inzwischen schon in jeder besseren Sendung, und mit Recht, Gehör selbst für seine Schützlinge zu finden, hier, mit nichts in der Hand als einer Weinbergschnecke mit einer auf Grund von Kalziummangel entfärbten Gehäusespitze, nur den Spott davon hatte.“