Die Republik
Nummer 82 – 85, 12. Dezember 1988
Herausgegeben von Petra und Uwe Nettelbeck
deutsch, 260 Seiten, 12 x 20 cm
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Inhalt:
Jules Michelet, Die Reinigung
Notizen
More Light And The Gloom Of That Light. More Gloom And The Light Of That Gloom.
Silke Grossmann, Photographien
Jean-Paul Marat
Am Morgen, nicht bei Tagesanbruch, sondern wenn die Sonne schon am Horizont steht, genau zu der Stunde, da die Blätter der Kokospalme sich eben zu öffnen beginnen, öffnen in den Zweigen dieses Baumes, auf dem sie zu fünfzig oder sechzig sitzen, die Urubus (kleine Geier) ihre schönen rubinfarbenen Augen. Die Arbeit des Tages will getan sein. Im trägen Afrika harren ihrer Hunderte von Negerdörfen; im schläfrigen Amerika, südlich von Panama oder Caracas, müssen sie, flinke Reiniger, die Stadt kehren und säubern, noch bevor der Spanier sich erhebt, noch bevor die Kraft der Sonne die Kadaver und den Moder in Gärung versetzt hat. Wenn sie es hier nur einen Tag unterließen, würde das Land veröden.
Wenn es in Amerika Abend ist, und der Urubu sich nach vollbrachtem Tagewerk wieder auf seine Kokospalme setzt, erstrahlen die Minarette Asiens im Licht der Morgenröte. Nicht weniger pünktlich als ihre amerikanischen Brüder verlassen Geier, Krähen, Störche, Ibisse deren Balkone und machen sich an ihre verschiedenen Arbeiten: die einen ziehen auf die Felder, um die Insekten und die Schlangen zu vernichten, die andern fallen in den Straßen Alexandrias oder Kairos ein, erledigen eilig ihre städtischen Säuberungsarbeiten. Wenn sie sich die geringste Ruhepause gönnten, wäre bald der einzige Bewohner des Landes die Pest.
Wenn er sich Bücher verschaffte, statt lediglich seinen Dienst im Hafen zu versehen oder sich um seine Rosen zu kümmern, war die Familie, die die Symptome kannte, und um Himmelswillen nicht wollte, dass er sich womöglich hinsetzte und wieder damit anfing, eins zu schreiben, alarmiert.
„Keep true to the dreams of thy youth.“