Die Republik
Nummer 123 – 125, 17. Januar 2008
Herausgegeben von Petra und Uwe Nettelbeck
deutsch, 208 Seiten, 12 x 20 cm
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Inhalt:
Kino (I)
Heinz Emigholz
Die Basis des Make-Up (III)
Kino (II)
Es sind die Bilder, und es ist die Fülle und Vielfalt der Kleinigkeiten, die keine sind, die seinen Filmen ihre Unerschütterlichkeit verleihen - wie der Poncho, den Pat Garrett 1881 in Old Fort Sumner trägt, und 1908 auf dem Schoß hat. Wer so etwas zu setzen versteht, der muß sich um seine Sätze, den Bau seiner Filme keine andern als praktische Sorgen machen. Aber warum genau und wie jeweils - wer es nicht bloß ahnte, sondern wüßte, der besäße zwar den Schlüssel zu den Gefilden der Poesie und des Könnens, hätte jedoch nichts mehr in ihnen zu suchen, und verfügte zudem über ein Scheidemaß, so grausam, daß wir um des lieben Friedens willen vielleicht besser gar nicht nach ihm trachten sollten.
Hier endet das Fragment, das Uwe Nettelbeck zu Kino I hinterlassen hat.
Er wollte noch etwas darüber schreiben, warum die Filme von Kurosawa tragisch, hingegen in seinen Augen die von Ozu stets glücklich enden. Er sagte, die Figuren in Kurosawas Filmen glauben, sie könnten den Tod besiegen, indem sie möglichst viele von den Anderen umbringen, und so verlieren sie am Ende gegen ihn. Die Menschen in Ozus Filmen versuchen, vor ihrem Tod in der Familie alles in Ordnung zu bringen. Und auf diese Weise, sagte er, besiegen sie den Tod.